Institut für Bildende Kunst
       
           
 


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  Institutsvorstand
Univ.-Prof. Adolf Frohner
Tel.+43 1 71133 2620
Fax:+43 1 71133 2629
Email: barbara.lugner@uni-ak.ac.at

Stellv. Institutsvorstand
ao. Univ.-Prof. Mag. art. Josef Kaiser
Tel.+43 1 71133 2670
Fax:+43 1 71133 2670

Sekretariat des Instituts
VB Frank Müller
Tel.+43 1 71133 2752
0664 8260711
Email: frank.mueller@uni-ak.ac.at

Oskar Kokoschka-Platz 2
1010 Wien
Vor Zeiten, als die Erde begann, rund zu werden, und sich darauf Wesen tummelten, die wir Menschen nennen können, begannen diese aufrecht gehenden Lebewesen, sogenannte homines erecti, Kunstwerke zu produzieren: Gefäße, Töpfe, Ritzzeichnungen, Felsenbilder - Höhlenmalereien. Grundsätzlich,wenn man die Kunst ernst nimmt, unterscheiden sich die meisten dieser genuinen Äußerungen (die Ritzbilder, die Knochenflöten, die Halsketten und Ringe, die Kultwaffen, die Keramiken, die Höhlenmalereien) nicht sehr von den kreativen Hervorbringungen der Jetztzeit. Fast alles, was eine Schule für bildende und angewandte Kunst heute noch zum Thema macht, gibt es seit immer.

Manches davon, das Zeugnis gab von dieser künstlerischen Menschwerdung, wurde gerade mit betonbrechenden Bomben zerstört oder unter militärischer Aufsicht geplündert und devastiert. Im Zweistromland wird nun die Leitwährung Coca-Cola und McDonalds werden. Stone washed original american Blue Jeans werden auch jene tragen, die da "Ami go home" skandieren. Gilgamesch, von dem es hieß, er sei unsterblich,ist nun endgültig tot.

Kunst nimmt immer Bezug zur Zeit und trägt sie dann in sich. Jede Kunst! Aus diesem Grund ist dieser Aufschrei legitim und jede Kunst Zeitkunst - auch die schlechte. Die Lehre der Kunst ist jedoch in der Form schwieriger geworden, wie die Kunst bei-läufiger wurde - und der Kunstbetrieb allgegenwärtig. Kunst braucht Distanz vom Alltäglichen. Wer weiter zurücktritt, hat einen weiter offenen Sehwinkel. Doch auch der Künstler darf mit den Zähnen knirschen und vor Wut weinen.

Jede Ausbildung - auch die zur Kunst - kann nur in "konservativer" Form erfolgen. Es gibt keine Lehrstühle für Avantgarde-Kunst. Und "Kunstlight" überlassen wir anderen. Geschicklichkeit soll nicht mit Talent verwechselt werden und selbst dieses ist keine Garantie für Begabung.

Kunstausübung setzt ein bestimmtes Bewusstsein der Einsamkeit voraus, bei dem das Scheitern oft ein dunkler Begleiter des Schöpferischen ist. Die Kunst ist kein "Handy", mit dem man von überall mit jedermann... Der Künstler braucht einen festen Standplatz und keinerlei jederzeit verfügbaren Anschluss.

Kunst ist Sinnsuche im Bereich der Ästhetik. Sie hat immer mit Wirklichkeit zu tun und ist notwendig für die Menschen, denn diese müssen zu ihrer "Mensch-Bleibung" ständig durch Schönheit provoziert werden. Die Modekunst, die dem banalen Alltag heute aufs Haar gleicht, tut das nicht mehr. Und schon gar nicht, wenn sie extrem zu werden versucht: da wird sie sogar am leichtesten von der Fernseh-Flachheit überholt.

Aber an einen Ausstoß von Künstlern ist hier nicht gedacht. Die Qualität des Klimas brütet mehr aus als das Nachhecheln nach den Endmoränen der Postmoderne und des "anything goes".


Adolf Frohner, April 2003
 


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